Dorf-Bäckerei als ein Stück Heimat

Die Attraktivität Limburgs und der großen Märkte auf der «grünen Wiese» hat eine Kehrseite: In vielen kleinen Läden des Umlands sind in den vergangenen Jahren die Lichter ausgegangen. Dennoch gibt es sie noch, die kleinen Dorfläden mit Charme und Niveau.
Persönliche Kundenbeziehungen werden in der Bäckerei Krekel noch groß geschrieben. Rechts: Peter Krekel.	Foto: Goeckel Persönliche Kundenbeziehungen werden in der Bäckerei Krekel noch groß geschrieben. Rechts: Peter Krekel. Foto: Goeckel

Die Attraktivität Limburgs und der großen Märkte auf der «grünen Wiese» hat eine Kehrseite: In vielen kleinen Läden des Umlands sind in den vergangenen Jahren die Lichter ausgegangen. Dennoch gibt es sie noch, die kleinen Dorfläden mit Charme und Niveau.

Waldbrunn-Lahr/Heckholzhausen. Bäckermeister Peter Krekel staunte nicht schlecht, als eines Tages im Frühjahr dieses Jahres einige Hausfrauen aus dem Nachbarort Heckholzhausen in seinem Laden standen und darum baten, er möchte doch ein Geschäft in ihrem Dorf eröffnen. Sogar ein Ladenlokal hatten sie schon gefunden. Am 1. August eröffnete Bäcker Krekel eine Filiale, die die Heckholzhäuser mit dem Notwendigsten versorgt: Außer Backwaren verkauft er Eier, Zeitungen, Wurst, Kaffee, kurzum, alles, was zu einem kleinen Tante-Emma-Laden dazugehört. Der Laden hat, außer sonntags, täglich geöffnet und wird laut Krekel gut angenommen. Und die Heckholzhäuser sind froh, dass ein kleines Geschäft im Ort verbleibt. Ganz wichtig für die wohnortnahe Versorgung vor allem der älteren Bürger, wie Beselichs Bürgermeister Kai Müller meint.

Sechste Generation

Bäcker Peter Krekel betreibt sein Geschäft in fünfter Generation seit 1860. Neben dem Stammsitz in Lahr hat er Filialen in Hausen, Winkels – und eben in Heckholzhausen. Sein Bäckermobil fährt außerdem dreimal pro Woche Rückershausen, Reichenborn und Barig-Selbenhausen an, für Senioren bietet Krekel, der in diesem Jahr 25. Berufsjubiläum feiert, einen Heim-bring-Service an.

Bereitschaft zu Dienstleistung und Top-Qualität sind für den Bäckermeister die Schlüssel, die das Überleben seiner Dorf-Bäckereien sichern. Außer seinem Geschäft gibt es in Lahr noch einen alteingesessenen Lebensmittel-Laden und eine kleine Metzgerei. Für viele Dorfbewohner sind diese kleinen Läden mehr als bloße Einkaufsorte, es sind Treffpunkte, Möglichkeiten, mit Nachbarn ein paar Worte zu wechseln.

Die Konkurrenz der Supermärkte ist groß, vor allem beim Brot, wo Fabrikware in Deutschland schon 50 Prozent Marktanteil hat. Da hilft nur, besser zu sein, weiß Peter Krekel. Dass ihm dies gelingt, zeigen die vielen Auszeichnungen seiner Innungen, die er regelmäßig abräumt. Kaum eine Brotprüfung, die der Lahrer ohne Gold- und Silbermedaillen verlässt.

Für Weihnachten hat Peter Krekel soeben frische Pralinen gemacht. Ein Genuss, wie er versichert. Er ist zuversichtlich, dass er im Konkurrenzkampf auch künftig bestehen kann; schließlich möchte er sein Geschäft noch an die sechste Generation weitergeben, die derzeit über der Backstube heranwächst. Und: «Unsere Bäckerei und Konditorei ist für unsere Kunden ein Stück Heimat», sagt er selbstbewusst. goe

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