«Früher war das Alter eine Qual» – sagt das Klaa Rölfche

Seht her, mein Römerberg! Rolf Schmitz, Frankfurter Urgestein und Original, ist inzwischen 81 Jahre alt und fühlt sich wohl im Alter – auch wenn‘s mal hier, mal da ein wenig zwickt. Hier, auf dem Römerberg (li.

Seht her, mein Römerberg! Rolf Schmitz, Frankfurter Urgestein und Original, ist inzwischen 81 Jahre alt und fühlt sich wohl im Alter – auch wenn‘s mal hier, mal da ein wenig zwickt. Hier, auf dem Römerberg (li.), hat er als Kind in den 30er Jahren bei den berühmten Römerbergfestspielen mitgewirkt. Gewohnt hat die Familie Schmitz gleich um die Ecke in der Saalgasse 29. Das Haus wurde, wie so viele, im Krieg für immer ausgelöscht. In der Altstadt ist das «Klaa Rölfche» aufgewachsen. Seit Jahrzehnten lebt er zwar im Schneckenhofweg in Sachsenhausen, doch der Wiederaufbau der Fachwerkhäuser liegt ihm am Herzen.

Wer den alten Herrn heute so engagiert für seine Altstadt streiten sieht, glaubt kaum, dass vor mehr als 25 Jahren ein Schlaganfall Rolf Schmitz jäh aus der Bahn warf und das frühe Ende seines Berufslebens bedeutete. Bis dahin war er beim Frankfurter Traditionsunternehmen Teves beschäftigt. «Meiner Frau und meinem Arzt» habe er zu verdanken, dass er nach und nach wieder auf die Beine kam und heute fit ist wie ein Turnschuh. «Das Alter war früher eine Qual, die Leute waren kaputtgearbeitet und wurden auch nicht alt», erinnert Schmitz sich an seine Kindheit.

Auch wenn die Altstadt sein Anliegen ist – wohnen möchte Rolf Schmitz hier nicht mehr: «Der Krach!». Ständig ist irgendeine Veranstaltung auf dem Römerberg. Da hat er‘s in Sachsenhausen ruhiger. Die Altstadt solle möglichst vollständig wieder aufgebaut werden, nicht nur ein paar Alibi-Häuschen, vor allem die Metzgerschirn samt dem Roten Haus, das ist sein großes Anliegen. Dort hat er als Kind die unvergessene Fleischwurst geholt. Die Vergangenheit werde von vielen älteren Leuten verklärt, sagt Rolf Schmitz, aber nicht von ihm. Er weiß noch allzu gut, in welch beengten und ärmlichen Verhältnissen die Menschen damals wohnten. «Heute lebt sich‘s viel besser.» wa / Foto: Martin Weis

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