Gefragt ist Flexibilität

Viele Menschen nutzen ihre Freizeit, um sich fortzubilden oder Neues (kennen) zu lernen. Das geschieht oft in Volksbildungswerken und Kulturkreisen, in Eschborn etwa im Volksbildungswerk. Über dessen Arbeit sprach HK-Redakteurin Kerstin Schellhaas mit Ottmar Schnee. Der 58 Jahre alte Designer ist seit 1975 im ehrenamtlichen Vorstand.

Viele Menschen nutzen ihre Freizeit, um sich fortzubilden oder Neues (kennen) zu lernen. Das geschieht oft in Volksbildungswerken und Kulturkreisen, in Eschborn etwa im Volksbildungswerk. Über dessen Arbeit sprach HK-Redakteurin Kerstin Schellhaas mit Ottmar Schnee. Der 58 Jahre alte Designer ist seit 1975 im ehrenamtlichen Vorstand.

Drei Mal im Jahr bietet das Volksbildungswerk ein Programm von Ayurveda bis Yoga, von Computerkursen bis Konzentrationstraining für Kinder an. Woher bekommen Sie Ihre Ideen?

OTTMAR SCHNEE: Die Ideen entstehen im Gespräch miteinander und in den Vorstandssitzungen. Dann wird ein bisschen geschaut: Was ist im Augenblick angesagt, was sind interessante Themen, und wo kann man sie herbekommen?

Was sind die Klassiker im Programm?

SCHNEE: Es hört sich vielleicht komisch an, aber ein ganz großer Klassiker bei uns ist Bauernmalerei. Den Kurs gibt es schon, so lange es das Volksbildungswerk gibt. Aber seit Jahren, wenn nicht gar seit zwei Jahrzehnten, besuchen den Kurs nur Damen aus Japan und Südkorea – und daher findet der Kurs in Englisch statt.

Und was waren zuletzt die Trends?

SCHNEE: Die Trends gehen hin zu Kursen, die sich mit dem Körper beschäftigen: Rückengymnastik, Fitnesstraining oder auch ein Kurs, der sich Gestalt- und Körperarbeit nennt.

Stehen Sie da nicht in Konkurrenz zu Vereinen?

SCHNEE: Nein. Darauf achten wir sehr, dergestalt, dass wir nur kurzzeitige Kurse anbieten, acht Abende oder zehn Abende. Wir haben da auch keine Berührungsängste zu den Vereinen, die ganz andere Ziele verfolgen.

Aus Ihrer langjährigen Erfahrung heraus: Worauf legen Menschen heutzutage bei ihrer Freizeitgestaltung Wert?

SCHNEE: Darauf, dass eine ganz große Flexibilität da ist. Heute hört man sich beispielsweise einen Vortrag über den Limes an, und bei nächster Gelegenheit nimmt man an Rückengymnastik, Tai-Chi und Qigong teil. Es ist den Menschen einfach nur wichtig, dass man sich nicht lange festlegen muss. Und der Trend geht dahin, die Kurse noch kürzer zu halten, nur in Form von Vorträgen oder übers Wochenende.

Wie sehr achten die Menschen auf die Höhe der Kursgebühren: Hat sich die Wirtschaftskrise bemerkbar gemacht?

SCHNEE: Bei uns nicht. Höchstwahrscheinlich aus dem einfachen Grund, weil die Kursgebühren vergleichsweise gering sind.

Wie schwer ist es, immer wieder neue Kursleiter zu finden?

SCHNEE: Das ist unterschiedlich. Teilweise kommen Kursleiter auf uns zu und bieten «Die vielfältige Welt der Kräuter» oder anderes an. Wenn wir der Meinung sind, dass das etwas ist, was in unser Kursprogramm passt, machen wir es natürlich. Wenn wir aber ein bestimmtes Thema haben, das wir anbieten möchten und dafür jemanden suchen, ist es etwas schwieriger. Da muss man sich dann umhören.

Bitte erinnern Sie sich: Gab es in der Vergangenheit Kurse, die wider Erwarten große Reinfälle wurden?

SCHNEE: Die hat es sicher gegeben, auch wenn mir auf Anhieb nichts Konkretes einfällt. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass wir die Erfahrung haben, dass man ein Angebot mehrmals im Programm haben muss, wenn es sich durchsetzen soll. Die Gesangsgruppe «Body und Soul» ist so ein Beispiel. Da sind jetzt sogar Männer dabei.

Was waren überraschende Erfolge?

SCHNEE: Die angebotenen Fahrten in verschiedene Städte mit Besuch von Museen. Und der Hit: Führungen durch Frankfurt. Das ist in den letzten Jahren der Renner überhaupt. Man kann, ohne zu übertreiben, sagen: Wer einmal dabei war, bucht gleich schon wieder die nächste Führung.

Blicken Sie bitte voraus, und vervollständigen Sie bitte diesen Satz: Das Volksbildungswerk Eschborn wird in 50 Jahren . . .

SCHNEE: . . . sicherlich nach wie vor im Trend liegen. Das heißt, wir werden auch dann noch die Kurse bieten, die ganz nah an den Bedürfnissen der Menschen sind. Das ist schon immer unser ganz großes Ziel gewesen.

Zur Startseite Mehr aus Themen von A bis Z

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse