Im PeeZ geht die Post ab

Seit drei Jahren kämpft der PeeZ-Verein in Niederbrechen um sein Pfarrheim, das verkauft werden soll. Ein Abend im PeeZ zeigt, was das Pfarrzentrum seinen Jugendlichen bedeutet.

Seit drei Jahren kämpft der PeeZ-Verein in Niederbrechen um sein Pfarrheim, das verkauft werden soll. Ein Abend im PeeZ zeigt, was das Pfarrzentrum seinen Jugendlichen bedeutet.

Brechen-Niederbrechen. Das Gebäude wirkt zunächst nicht gerade einladend: ein grober Betonklotz am oberen Ende des Dorfes. Drinnen wirkt es sofort gemütlicher: In einem Raum mit Holzfußboden bevölkern Jugendliche ein Sofa, während einige Jungs lautstark Kicker spielen. Dahinter liegt der eigentliche Clubraum, dem jahrelange Zuwendung und Verschönerungsarbeiten anzusehen sind: Die Wände sind bemalt, Teile davon mit Holz verkleidet, in der Ecke hängt ein Fernseher, darunter hat eine Band, die ein Livekonzert gibt, ihr Equipment aufgebaut. Der Geräuschpegel ist laut in dem Raum, der voll ist von Jugendlichen, die sich auf den gepolsterten Sitzgelegenheiten an der Wand oder bei einem Bier an der Theke unterhalten.

Einfach ansprechen

Es ist Sonntagabend, die Zeit, an dem sich der «Kellerclub», der Jugendtreff der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Niederbrechen, im PeeZ trifft. Das PeeZ, früher PZ für «Pfarrzentrum», wurde 1977 von der Kirche gebaut und in die Hände der KJG gelegt, die es zu einem der aktivsten Jugendzentren unserer Region gemacht hat. Als das Bistum das PZ im Rahmen seines Programms «Sparen und Erneuern» jedoch verkaufen wollte, gründete sich vor drei Jahren der Verein «PeeZ», der seitdem für die Erhaltung des Jugendzentrums kämpft und hofft, das Gebäude dem Bistum abkaufen zu können.

«Im PeeZ gefällt mir vor allem die Gemeinschaft», sagt Lea Tiefenbach. Die 18-Jährige ist Gruppenleiterin und macht an diesem Sonntag Thekendienst. «Gerade die Aktionen für die Kinder machen mir Spaß.» Die Bandbreite dieser Aktionen reicht von Bachwanderungen, der jährlichen Kräppeljagd über Plätzchenbacken bis zum Wir-warten-aufs-Christkind.

Jonas Partsch gehört zu der Gruppe, die um die Theke sitzt. Auch er ist Gruppenleiter, und wie die meisten von ihnen hat auch er schon als Kind an den Aktionen der KJG teilgenommen.

Proberaum für Bands

Der Nachwuchs an Gruppenleitern kommt vor allem aus den Gruppenleiterschulungen, die die KJG etwa alle zwei Jahre anbietet. «Es ist wichtig, dass man Jüngere an diese Aufgaben heranführt», sagt Pfarrjugendleiter Felix Dreier. Der 19-Jährige steckt viel Zeit und Energie in die Arbeit der KJG und ist mindestens dreimal die Woche «hier oben», im PeeZ. Er war auch schon Hausleiter bei einigen Freizeiten.

Neben den Aktionen und den Freizeiten für Kinder bietet die KJG auch einiges für Ältere an, die «Jugendstufe» und «Junge Erwachsene» genannt werden. So gibt es Freizeiten für Jugendliche und neben dem wöchentlichen Kellerclub an jedem zweiten Freitag den jungen Jugendtreff. Hinzu kommen andere Veranstaltungen. «Was in letzter Zeit aufgelebt ist, ist die Szene für Rockbands», sagt Volker Heider, Erster Vorsitzender des PeeZ. So gibt es das jährliche Benefizrockkonzert und andere Bandauftritte wie an diesem Sonntag, zu dem viele Jugendliche gekommen sind, um die Bands «The Sake» und «Raketenklee» zu hören. Mittlerweile bietet das PeeZ auch einen Proberaum für Musikgruppen.

Neue sind willkommen

Kann man bei so vielen Jugendlichen, die sich schon lange kennen, überhaupt noch als «Neuer» dazukommen und Kontakt knüpfen? Die Jugendliche sind sich einig: «Klar», sagt Lea Tiefenbach, «wir sind offen für alle.» Und auch Felix Dreier nennt eine Menge Möglichkeiten, im PeeZ Anschluss zu finden: «Man kann uns ansprechen, an Freizeiten oder Gruppenleiterschulungen teilnehmen. Oder man kommt einfach zu einer der Treffpunktzeiten hier vorbei.» pfi

Zur Startseite Mehr aus Themen von A bis Z

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse