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Eintracht Frankfurt: Gegner-Check: Eintracht ist der Lieblingsgegner der Gelb-Schwarzen

Der mächtig aufgerüstete BVB ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Bei unserem ganz besonderen Blick auf den heutigen Eintracht-Gegner spielen auch die Sprachkenntnisse des Trainers eine Rolle.
Momentan hat er gut lachen in Dortmund: Lucien Favre. Foto: Kirchner/ David Inderlied (imago sportfotodienst) Momentan hat er gut lachen in Dortmund: Lucien Favre.

  Der Trainer: Mit seinen 60 Jahren kann man Lucien Favre getrost als alten Hasen in der Fußball-Bundesliga bezeichnen, ohne despektierlich zu sein. Ob er bei taktischen Überlegungen trotzdem auch einmal einen Laptop aufklappt, ist nicht endgültig bewiesen.

94 Mal saß der Schweizer bei Hertha BSC auf der Bank, stolze 189 Mal bei Borussia Mönchengladbach. Bei beiden Clubs feierte er nachhaltige Erfolge und genießt dort immer noch ein hohes Ansehen. Die Fohlen rettete er erst sensationell vor dem Abstieg, um sie anschließend sowohl in die Europa League als auch in die Champions League zu führen.

Und auch bei seiner letzten Station, dem französischen Erstligisten OGC Nizza, zog er fast in die Königsklasse ein. Favre spricht ohnehin immer Deutsch mit zartfranzösischem Akzent.

Mittlerweile wechselt der polyglotte Coach aber komplett in die andere Sprache, wenn er Phrasen elegant umschiffen will. Als es neulich um die Reservistenrolle von Mario Götze ging, dozierte Favre: „C’est comme ca.“ Sein ehemaliger Frankfurter Kollege Niko Kovac machte sich diese Mühe nie. Der Kroate blieb beim urdeutschen „Es ist, wie es ist.“

  Der Kader: Borussia Dortmund hat mächtig aufgerüstet. Mit über 70 Millionen Euro Transferausgaben hübschte der BVB im Sommer seinen Kader auf und gab damit so viel aus, wie kein anderer Bundesligist. Die Schwarz-Gelben holten unter anderem die aus der Bundesliga bekannten Abdou Diallo (FSV Mainz), Thomas Delaney (SV Werder Bremen), den Ex-Frankfurter Marius Wolf und den belgischen WM-Star Axel Witsel.

Dieser Wechsel war schon ein Coup. Doch der Last-Minute- kann wohl als Königstransfer angesehen werden: Stürmer Paco Alcacer wurde vom FC Barcelona ausgeliehen und soll die bisher noch nicht geschlossene Lücke von Pierre-Emerick Aubameyang stopfen. Ein breiter Kader produziert aber auch Härtefälle. Das gilt in Dortmund vor allem für das Mittelfeld. Wolf, bei der Eintracht früher gesetzt, hat sich noch keinen Stammplatz erspielen können. Und Mario Götze? Siehe oben.

Favre stehen für die Begegnung gegen den Immer-noch-Pokalsieger mindestens 25 Profis zur Verfügung, dabei fallen Raphael Guerreiro, Ömer Toprak und wahrscheinlich auch Christian Pulisic aus.

  Die Stimmung: Nach der unbefriedigenden Vorsaison stehen die Gelb-Schwarzen unter selbst verordnetem Druck. Neben dem neuen Trainer gibt es zwei weitere neue führende Köpfe mit Stallgeruch: Meistertrainer Matthias Sammer und Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl. Zusammen sind sie gut aus den Startlöchern gekommen. Im DFB-Pokal schaffte es die Favre-Elf zwar nur dank zweier Last-Minute-Treffer in der Verlängerung beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth weiter, die ersten beiden Auftritte in der Bundesliga waren allerdings schon besser. Mit 4:1 schickte der BVB beim Saisonauftakt Leipzig nach Hause, beim 0:0 in Hannover waren die Dortmunder das bessere Team, vergaben aber gute Chancen zum Sieg. Die Borussen sind somit bisher noch ohne Niederlage unter dem neuen Coach Lucien Favre.

  Die Bilanz: Ist aus Frankfurter Sicht eigentlich niederschmetternd. Ihren letzten Abstieg, 2011, durchlitt die Eintracht am letzten Spieltag in Dortmund. Gegen seinen Lieblingsgegner verbuchte der BVB die meisten Siege (43) und Punkte (146) insgesamt sowie die meisten Dreier (32), Zähler (102) und Tore (107) in Heimspielen. Die letzten sieben Heimaufgaben gegen die Eintracht gewannen die Westfalen mit einem Schnitt von 3,1 Treffern. Im bislang letzten Duell beantwortete Michy Batshuayi den Ausgleich der Gäste in letzter Minute mit dem 3:2 in der vierten Minute der Nachspielzeit. Trainer Lucien Favre holte aber aus seinen letzten drei Duellen mit Frankfurt insgesamt nur einen Punkt.

  Und das noch: Der BVB wird laut der Funke-Mediengruppe heute Abend ohne Hauptsponsor Evonik auf der Brust auflaufen. Stattdessen wird der Spruch „Borussia verbindet – gemeinsam gegen Rassismus“ das Trikot zieren. Der BVB möchte mit der Aktion ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus setzten. Die Eintracht, inzwischen ohnehin eine Multi-Kulti-Truppe, hatte in diesem Bestreben schon mehrfach Punkte gesammelt, zuletzt Anfang April, als die Mannschaft beim Heimspiel gegen Hoffenheim in Trikots mit dem Aufdruck „United Colors of Frankfurt – Die Eintracht lebt von Vielfalt“ auflief.

(rich)

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