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Eintracht Frankfurt: Großer Optimismus vor dem Rückrundenstart

Heute trainiert die Eintracht erstmals wieder in Frankfurt. Und der Konkurrenzkampf vor dem Rückrundenstart ist groß.
Gute Laune im Trainingslager: David Abraham (rechts) und Omar Mascarell Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Gute Laune im Trainingslager: David Abraham (rechts) und Omar Mascarell
Frankfurt. 

David Abraham hat in der vergangenen Woche so viel auf dem Fahrrad gesessen und in die Pedale getreten, dass manch einer geflachst hatte, er bereite sich wohl auf den Giro d’Italia oder die Tour de France vor und nicht auf die Fußball-Bundesliga. Der Kapitän der Frankfurter Eintracht plagt sich seit dem 12. Dezember, seit dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV, mit einer Wadenverletzung. „Schmerzhaftes Hämatom“ lautet die offizielle Diagnose.

Eine Verletzung, die zunächst wohl ein bisschen unterschätzt wurde, denn nur drei Tage nach dem Hamburg-Spiel hatte Abraham versucht, gegen Schalke dabei zu sein. Erst nach einem Test am Spieltag hatte er passen müssen. Seitdem fährt er Fahrrad. Ein Einsatz gegen den SC Freiburg zum Rückrunden-Start am Samstag ist deshalb unwahrscheinlich.

Oder doch nicht? Manager Bruno Hübner jedenfalls hat angedeutet, „dass wir optimistisch sind, David bis Freiburg hinzubekommen“. Das wäre dann eine Punktlandung für den 31 Jahre alten Abwehrchef und den Trainer. Denn Niko Kovac hätte bei einer rechtzeitigen Rückkehr des Argentiniers dann mit Ausnahme des für ein Spiel gesperrten Simon Falette die freie Auswahl.

Nach der Heimkehr aus Spanien am Sonntagabend durften sich die Spieler knapp zwei Tage ausruhen. Schon am letzten Abend im Trainingslager hatte der Trainer die vorher so fest angezogenen Zügel ein wenig gelockert. Dem Vernehmen nach wurde vom eigens mit nach Spanien geflogenen Koch sogar Schnitzel mit Pommes Frites zum Abendessen angeboten. Das wäre in den Tagen zuvor undenkbar gewesen. Ob auch die Getränkevorschriften gelockert wurden, war nicht zu erfahren. In aller Regel gab es bei der Eintracht im Trainingslager lediglich nicht gekühltes Wasser ohne Kohlensäure, nicht einmal Saftschorlen. Heute Nachmittag geht es mit dem ersten Training auf heimatlichem Boden weiter.

Das beliebte Fragespielchen der Journalisten nach den Gewinnern und Verlierern des Trainingslagers hatte der Manager noch mit seiner eigenen Wahrnehmung bereichert. Hübner sah die „gesamte Mannschaft“ als Sieger, unter anderem, weil es neben der guten Vorbereitung auch keinerlei neue Verletzte zu beklagen gab. Es wird nun am Trainer liegen, den entbrannten Konkurrenzkampf in vernünftige Bahnen zu lenken. Und an Sportvorstand Fredi Bobic und dem Manager, den nach wie vor zu breiten Kader zu verkleinern.

Die Wahrnehmung bei den sportlich Verantwortlichen ist in dieser Beziehung ja durchaus eine andere als bei den Beobachtern der Medien. So ist es erstaunlich, dass Manager Hübner es (noch) ausschließt, einem Profi wie Danny Blum per Ausleihe Spielpraxis zu verschaffen, obwohl sich angeblich „viele Vereine um ihn bemühen“. Bei der Eintracht wird es der ehemalige Nürnberger, der in der Vorrunde nur einen einzigen Einsatz hatte, aber sicher schwer haben, viele Spielminuten zu bekommen. Zu weit weg vom Team scheint er zu sein, im Test gegen Aue wirkte Blum am linken Flügel wie ein Fremdkörper. Das war so auffallend, dass der Trainer seine Mittelfeldspieler animieren musste, „den Danny nicht zu vergessen“.

Doch der scheint ein wenig vergessen zu haben, was er an Stärken einbringen könnte, nämlich eine ordentliche Schnelligkeit und einen guten Schuss. Nichts davon war zu sehen. „Danny hat so viel Potenzial, das müssen wir wecken, aber es muss halt auch mal Klick machen“, sagt Hübner, „wenn wir ihn nur für zwanzig Minuten hinkriegen und er zum besten Joker wird, wäre das okay.“ Wahrscheinlich ist das nicht.

Aber auch nicht ausgeschlossen. Ein anderer, der fast in der Versenkung zu versinken drohte, hat noch einmal den Kopf nach oben gestreckt. Branimir Hrgota präsentierte sich in den Übungseinheiten und beim Praxistest deutlich verbessert gegenüber der Vorrunde und ist plötzlich eine Alternative für Ante Rebic. Freilich sind im Angriff die Chancen sowieso etwas besser als Mittelfeld, wo das Gedränge besonders groß ist.

Weitgehend zurückgehalten

Die winterliche Transferperiode läuft noch bis Ende des Monats. Erst für die letzten Tage erwartet Sportvorstand Fredi Bobic, „dass noch mal richtig Bewegung reinkommt.“ Da die Zweite Liga erst zehn Tage nach der Bundesliga beginnt, ruht da im Moment der See noch still. Auch die Eintracht hat sich bislang mit Ausnahme der Abgabe von Andersson Ordóñez zurück nach Ecuador weitgehend zurückgehalten.

Das wird nicht so bleiben. Dass Max Besuschkow ausgeliehen werden soll, wurde bereits kommuniziert, dass Yanni Regäsel und Slobodan Medojevic gehen sollen, ebenfalls. Auch ein weiterer Neuzugang ist möglich, mit Vorliebe ein Innenverteidiger, am allerliebsten der zu Real Madrid zurückgekehrte Jesús Vallejo.

Größere Veränderungen wird es dann aber erst wieder im Sommer geben. Bis dahin stehen auch die Nachwuchsspieler auf dem Prüfstand, die aktuell mit Profiverträgen ausgestattet sind. „Im einen oder anderen Fall muss die Vertragssituation hinterfragt werden“, räumt Hübner ein. Mit Deji Beyreuther, Sahverdi Cetin, Noel Knothe, Renat Dadashov und dem aktuell verletzten Nelson Mandela gehören fünf Spieler dem aktuellen Kader an. „Wir dürfen natürlich nicht zu früh die Geduld verlieren und müssen den Jungs Zeit geben“, sagt Hübner. Das beste Beispiel sei Aymen Barkok, der nach seinem raketenhaften Aufstieg in ein tiefes Loch gefallen war, nun aber wieder den Anschluss geschafft hat.

(pes)

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