E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 18°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Eintracht Frankfurt: Heimspiel an der Costa Blanca: Für drei eingefleischte Eintracht-Fans erfüllt sich ein Traum

Von Für Gabi und Dieter Husnik sowie Harald Blaschek ist das Trainingslager des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt unter der spanische Sonne etwas ganz Besonderes.
Gabi und Dieter Husnik. Bilder > Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Gabi und Dieter Husnik.
Campoamor. 

Dieter Husnik ist begeistert. „Zu Hause ist alles grau, aber hier scheint die Sonne, bei milden 20 Grad. „Die Temperaturen sind einmalig, das ist die pure Erholung“, sagt er und schwärmt weiter: „Wie gestern über dem Trainingsplatz die Sonne aufgegangen ist, das war ein wunderbares Panorama.“ Dabei hat er schon viel gesehen, ist viel herumgekommen, allein in Sachen Fußball. Wenn die Frankfurter Eintracht auf Reisen geht, sind er und meist auch seine Frau Gabi immer mit dabei, zumindest in Europa. „Nur wenn sie arbeiten muss, schickt sie mich alleine“, sagt er und lacht.

Abu Dhabi allerdings war ihnen bislang zu weit, und da passt es gut, dass ihr Herzensverein in diesem Winter auf den gewohnten Trip in die Wüste verzichtet hat, weil die Zeit zwischen Hin- und Rückrunde dieses Jahr so kurz ist. Die gut zwei Flugstunden in Richtung Costa Blanca aber haben sich gelohnt, für die Eintracht und für die Familie Husnik. „Das Trainingsgelände ist optimal. Hier kann Niko Kovac optimal trainieren“, sagt Dieter Husnik mit fachmännischem Blick über die Verhältnisse im Hotel Golf Campoamor.

Noch ist nur eine gute Handvoll Anhänger vor Ort. Fanbetreuer Marc Francis rechnet damit, dass zum Wochenende noch einige mehr kommen. Zu denen, die jetzt schon regelmäßig zuschauen, zählt auch Harald Blaschek. Er hat hier sogar eine Art Heimspiel. „Meine Frau hatte eine schwere Krankheit. Wir haben ein günstiges Klima für sie gesucht und sind deshalb 2009 nach Spanien ausgewandert. Hier geht es ihr besser“, erzählt er, der als Kind schon Eintracht-Fan geworden und immer mit dem Rad ins Stadion gefahren ist. In diesen Tagen ist der Weg kürzer, ein unglaublicher Zufall: Nur zwei, drei Kilometer vom Mannschaftshotel entfernt verbringt er mit seiner Frau den Ruhestand. Früher stand Harald Blaschek im Tor von Germania Schwanheim und später auch noch bei der SG Höchst. Zwei Mal hat er sogar in aller Freundschaft gegen die Eintracht gespielt, dabei obendrein noch einen Elfmeter vom legendären Bernd Nickel gehalten. Und natürlich trotzdem verloren, keine Chance. Aber gegen die eigenen Helden anzutreten, das war schon was. Heute verfolgt Harald Blaschek die Eintracht noch genauso leidenschaftlich, nur eben aus der Ferne. Wenn sie nicht gerade direkt bei ihm zu Besuch ist. „Samstags gucke ich erst die Sportschau, später noch das Sportstudio. Die Ergebnisse will ich bis dahin nicht wissen. An den Tagen bin ich nicht ansprechbar“, erzählt er.

Die Husniks sind da normalerweise näher dran. Auch wenn sie 1989 aus Frankfurt in den Taunus „ausgewandert“ sind, wie Dieter Husnik augenzwinkernd sagt. Zu Hause in Neu-Anspach hat er drei Zimmer voll mit Sammlerstücken, „mein kleines Eintracht-Museum“. Schon als Elfjähriger ist der gebürtige Bornheimer mit der Eintracht Deutscher Meister geworden, das beste Jahr aber war 1974. „Unser Erfolgsjahr“, sagt er und schaut zu Gabi. Die Tochter wurde geboren, mit Freunden im Gallus der EFC Kamerun gegründet, der Pokal gewonnen, die WM nebenbei auch. Und die Geburt, das war auch etwas: „Meine Frau lag in der Uniklinik, ich war nebenan im Stadion. Zwei Mal bin ich mit dem Rad vom G-Block ins Krankenhaus gefahren, um zu sehen, wie weit es ist.“ Am Ende des Tages war die Tochter geboren und Kaiserslautern 5:1 geschlagen. Die Nachfolgegenerationen sind auch zu 100 Prozent Eintracht, Tochter, Enkel. Und der Schwiegersohn, der aus Stuttgart kam und dem VfB anhing, „den haben wir auch bekehrt“, sagt Gabi Husnik augenzwinkernd. Von der aktuellen Entwicklung unter Trainer Kovac und dem Vorstand um Fredi Bobic ist Dieter Husnik mindestens genauso begeistert wie von dem Sonnenuntergang über Campoamor. „Jetzt ist es noch zu früh, wir müssen erstmal stabiler werden. Aber ich hoffe ja, dass die Eintracht nochmal in den Europacup kommt“, sagt er. Solche Reisen wären natürlich besonders schön, so oder so aber gilt für weitere Eintracht-Abenteuer: „Meine Frau ist in zwei Jahren in Rente“, sagt Dieter Husnik, „dann geht es richtig los“.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen