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Eintracht-Japaner im Interview: Makoto Hasebe: "Wir sind jetzt viel fokussierter"

Von Ob als „Sechser“ im MIttelfeld oder in der Innenverteidigung zwischen David Abraham und Jesús Vallejo: Makoto Hasebe, Kapitän der japanischen Nationalmannschaft, ist ein wichtiger Faktor bei der Eintracht.
Makoto Hasebe. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Makoto Hasebe.

Herr Hasebe – oder sagt man Hasebe-San? Wie war das Training am Freitag?

Ja, Hasebe-San bedeutet in Japan so viel wie „Herr“ auf Deutsch. Das Training war wie immer sehr gut, und wir gehen gut vorbereitet in das Spiel gegen Ingolstadt.

Haben Sie und die Mannschaft die Niederlage von Leverkusen schon verarbeitet?

Ja, wir haben das Spiel per Video analysiert und unsere Fehler besprochen und uns seit Dienstag wieder voll auf das Spiel gegen Ingolstadt konzentriert.

Der Wille war erkennbar, auch gegen Bayer etwas zu erreichen. Haben in den entscheidenden Momenten Kraft und Frische gefehlt?

Das soll keine Ausrede sein, aber man hat schon gesehen, dass Leverkusen ausgeruhter in das Spiel gehen konnte. Wir hatten zwei gute Möglichkeiten den Ausgleich zu erzielen, aber nicht nur Bernd Leno hatte bei Leverkusen einen guten Tag. Sie waren insgesamt besser als wir. Das muss man so anerkennen.

Bilderstrecke Eintracht vs. Ingolstadt: Die Spieler im Duell Mann gegen Mann
Das Match gegen den FC Ingolstadt steht für die Eintracht an. Nach der deutlichen Niederlage in Leverkusen will die SGE wieder einen Erfolg vor den eigenen Fans landen. Wie sehen die Chancen der Adler gegen die Schanzer aus? Wir haben die Spieler im Duell "Mann gegen Mann" gegenübergestellt.<b>Lukas Hradecky (Torwart)</b><br></br>
An den Gegentoren in Leverkusen war der Keeper macht- und schuldlos. Hradecky spielt weiterhin eine überragende Saison und ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Adler.<b>Martin Hansen (Torwart)</b><br></br>
Der Däne verdrängte in der laufenden Saison den in die Spielzeit als Stammtorhüter gestarteten Nyland. Der Keeper zeigte starke Leistungen, ohne große Fehler zu machen und ist ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. <b>Seine Qualität reicht aber nicht aus, um Hradecky zu besiegen: 1:0 für die Eintracht.</b>

Vielleicht war ja entscheidend, dass ausgerechnet gegen diesen starken Gegner David Abraham gefehlt hat, der eine überragende Saison in der Abwehr spielt?

Es ist natürlich immer besser wenn in der Abwehr Spieler stehen, die miteinander eingespielt sind, wo jeder weiß, was der andere macht und wie er sich bewegt. Dass David nicht spielte war deshalb zwar ein Handicap für uns, aber nicht spielentscheidend. Wir haben alle zusammen das Spiel verloren.

Insgesamt kann man wohl sagen, dass sich bis hierhin jede Anstrengung gelohnt hat – das war im 20. Spiel erst die fünfte Niederlage – zehn Siege stehen schon zu Buche. Hätten Sie das nach der vergangenen Saison für möglich gehalten?

Ich glaube, das hat keiner für möglich halten können. Dennoch muss ich sagen, dass wir auch hart dafür arbeiten. Besonders in der Vorbereitung haben wir intensiv trainiert und uns für die Saison gut vorbereitet.

Was macht diese neue Stärke der Eintracht aus? Sind es die neuen Spieler? Ist es der Trainer?

Wie ich schon sagte: intensives und optimales Training in erster Linie. Daneben haben wir uns qualitativ verstärkt und sind eine hungrige Mannschaft, die sehr gut auf und neben dem Platz harmoniert. Der Trainer verlangt immer von uns, dass es keinen Egoismus geben darf und sich jeder dem Wohl der Mannschaft unterzuordnen hat. Das fällt mir persönlich nicht schwer, da ich so erzogen worden bin und auch in Japan so gedacht wird. Niko Kovac versteht es uns besonders zu motivieren.

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Sicher scheint zu sein, dass sich unter Niko Kovac die Einstellung der Spieler verbessert hat. Oder war es das Erlebnis Relegation, das keiner noch einmal mitmachen will?

Diejenigen von uns, die die Relegation mitgemacht haben, wollten dieses Erlebnis nicht noch einmal wiederholen. Der Trainer spricht sehr viel mit uns, auch mit jedem Einzelnen, gibt uns Tipps und hat jeden von uns ein Stück besser gemacht.

Wie gefällt Ihnen denn Ihre neue Rolle in der Dreierkette?

Ich fühle mich an der Seite von David Abraham und Jesús Vallejo sehr wohl, auch wenn ich am liebsten auf der Sechserposition spiele. Aber so habe ich das Spiel besser vor mir und kann Ruhe und Sicherheit ins Spiel bringen.

Das taktische System verlangt den Spielern einiges ab, gerade wenn hinten schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen. Wie funktioniert da die Kommunikation in einer so vielsprachigen Mannschaft?

Wir üben das natürlich in erster Linie im Training und viele Dinge passieren automatisch, ohne dass man miteinander sprechen muss. Ansonsten verstehen David und Jesus inzwischen recht gut deutsch und können sich verständigen.

Zusammenhalt und Ehrgeiz im Team werden von allen Beteiligten immer wieder betont. Was macht die Mannschaft denn so außergewöhnlich?

Ich glaube von allem etwas. Wir setzen das um, was der Trainer von uns fordert: Zusammenhalt und Disziplin. Es hört sich einfach an, aber wir waren lange Zeit nicht fokussiert genug und haben nicht alle Ressourcen abgerufen, die wir haben.

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Jeden Tag, den die Eintracht in der Tabelle oben mitspielt, wachsen bei den Fans Träume vom Europapokal. Und bei der Mannschaft ja sicher auch?

Wir sprechen tatsächlich in der Kabine nicht darüber. Natürlich würde ich gerne in der kommenden Saison international spielen, aber zunächst sind die 40 Punkte unser Ziel. Danach können wir uns neue Ziele setzen. Wir müssen jetzt erst wieder zeigen, dass wir uns von der Niederlage in Leverkusen nicht beeindrucken lassen und gegen Ingolstadt möglichst wieder ein positives Zeichen setzen können.

Und dann ist da auch noch der DFB-Pokal. Da hat die Eintracht sich ohne zu glänzen bis ins Viertelfinale gekämpft und nicht das schlechteste Los erwischt ...

Wer es im Pokal unter die letzten Acht geschafft hat, verdient Respekt und Anerkennung. Natürlich sind wir erstmal froh darüber, dass wir ein Heimspiel zugelost bekommen haben, aber wir dürfen und werden Bielefeld keinesfalls unterschätzen. Ich habe in meiner Karriere schon einige Erfolge feiern können und ein Pokalfinale in Berlin wäre natürlich ein weiteres Highlight.

Die nächste Aufgabe heißt ja ohnehin Ingolstadt. Die stehen auf einem Abstiegsplatz und sind doch ein zu beachtender Gegner, oder?

Die Tabelle sagt nicht immer etwas über die Qualitäten einer Mannschaft aus. Gegen Bayern München haben sie sehr lange gut dagegen gehalten, haben kompakt und sehr körperbetont gespielt. Sie sind auf alle Fälle eine schwer zu spielender Gegner.

Spürt man im Vergleich zu letzten Saison inzwischen schon einen anderen Respekt von den Gegnern, wenn man als Eintracht Frankfurt aufläuft?

Wir werden schon von ehemaligen Mitspielern oder Landsleuten, die jetzt woanders spielen, meistens positiv und mit Anerkennung begrüßt. Aber jeder weiß auch, dass es sehr schnelllebig in der Bundesliga zugeht.

Ihr Vertrag läuft noch bis Sommer 2018. Dann sind Sie 34 Jahre alt und spielen aller Voraussicht nach bei der Weltmeisterschaft in Russland für Japan. Haben Sie noch weiterführende Pläne?

Erstmal möchte ich so lange es geht noch spielen. Wenn ich fit und gesund bleibe am liebsten noch mit 40. Ich fühle mich in Frankfurt und bei der Eintracht sehr wohl. Und wenn ich mal nicht mehr hier spielen kann, kann ich mir auch noch einen Verein in Japan oder USA vorstellen. Später würde ich gerne hier in Deutschland die Trainerscheine machen.

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