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Eintracht Frankfurt: Taktiktafel: Bayer Leverkusen erteilte der Eintracht eine Lehrstunde

Von Die Eintracht war in dieser Saison selten so chancenlos wie in der zweiten Halbzeit von Leverkusen. Dafür gab es sicher einige Gründe, vor allem aber lag es an der Qualität des Gegners.
Frankfurt. 

Für die leidenschaftlichen Eintracht-Fans unter meinen Freunden, und das sind dieser Tage gefühlt 95 Prozent, gibt es aktuell nur ein Thema: Niko Kovac. Manchen (oder manche) musste man schon vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen regelrecht trösten. Dass das Leben auch ohne den zu Bayern München abwandernden Trainer und ohne die natürlich nur durch seinen Wechsel gefährdete Champions-League-Qualifikation weiter gehen wird, schien auf einmal selbst bei eigentlich vernünftigen Menschen ernsthaft in Frage zu stehen.

Es ist dann ja auch eingetroffen, was so viele befürchtet haben: Die Eintracht hat in Leverkusen verloren. Und schuld ist nicht Bayer, sondern die Bayern und natürlich Kovac – und überhaupt: Wie soll es jetzt nur weiter gehen? Die Antwort ist relativ einfach: genau so, wie Niko Kovac bisher mit seiner Mannschaft gearbeitet hat, mit Fokus auf das nächste Spiel, mit der Bereitschaft aus Fehlern zu lernen und mit immer wieder anderem, frischem Personal. Und das Gute ist: Was man taktisch besser machen kann, darauf wird die ohnehin anstehende Videoanalyse des Spiels in Leverkusen reichlich Antworten geben.

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Leverkusen ging die Sache in der ersten Halbzeit relativ verhalten an, raffte sich in dieser späten Phase der Saison aber dann noch einmal zu einer überragenden Leistung auf. Das fing im Spielaufbau an. Trainer Heiko Herrlich hatte erkannt, dass gegen müde Frankfurter keine drei Spieler in der hintersten Linie benötigt wurden, zumal der zentrale Mann Sven Bender sowohl gegen Marco Fabián als auch Kevin-Prince Boateng deutliche Geschwindigkeitsvorteile auf seiner Seite hatte.

Pressing der Leverkusener fast immer erfolgreich

Also baute Bayer nach der Pause oft mit nur zwei Innenverteidigern auf anstatt aus einer Dreierkette, konnte also den dritten Mann zusätzlich als Anspielstation in die Übergangszone schicken.

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Bei der Eintracht sah es eher umgekehrt aus: Die drei Abwehrspieler standen bei Ballbesitz oft zwar weit auseinander, aber auf einer Linie. Und da ist der Spielaufbau nun einmal relativ leicht zu stören, weil erstens der eine dem Passweg zum anderen im Weg steht und zweitens gefährliche Querpässe gespielt werden müssen. Zusätzlich kam dann auch noch einer der Sechser als vierter Mann dazu und so hatte Bayer relativ wenige Gegner zuzustellen, um einen geordneten Spielaufbau der Eintracht zu verhindern.

Am Boden: Marco Fabián. Foto: Klein
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Wirklich beeindruckend am Leverkusener Spiel im zweiten Abschnitt war aber das „horizontale“ Verschieben in Richtung Ball, sprich wie energisch Bayer auf die Seite nachschob und mit bis zu acht Mann drückte, wo die Eintracht den Ball hatte. Nur zwei Spieler blieben meist als Absicherung in der Mitte des Spielfelds, doch einzugreifen brauchten sie in solchen Situationen fast nie, denn das Pressing der Leverkusener war so gut wie immer erfolgreich.

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Dumm für die Eintracht: Bayer überzeugte im zweiten Abschnitt nicht nur im Spielaufbau und im Pressing, sondern auch in allen anderen Disziplinen. Schnell, weil ganz oft mit zwei Kontakten, mit der nötigen Breite und dem gegen die nun oft im 5-4-1 verteidigende Eintracht nötigen Mut zur Tiefe transportierten die Leverkusener den Ball um ihren nur noch Löcher stopfenden Gegener herum bis vors Tor und hatten dort mit Kevin Volland auch noch einen Vollstrecker. Mich wundert es nicht, dass Jupp Heynckes, dessen Platz bei den Bayern Niko Kovac demnächst einnehmen wird, gestern im kicker-Interview sagte, Bayer gehöre zu den Kandidaten, die nächstes Jahr Meister werden könnten. Meine Eintracht-Freunde wären dafür – Hauptsache Niko Kovac wird es nicht. Doch schon morgen, wenn es gegen Schalke um den Einzug ins Pokalfinale geht, wünschen Sie auch ihm wieder Erfolg.

 

 
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