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Eintracht Frankfurt: Vor genau fünf Jahren: Eintracht arbeitet am Wiederaufstieg

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle lädt zum Träumen von Europa ein. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, wie es noch vor ein paar Jahren aussah.
Samil Cinaz (FSV Frankfurt) und Alex Meier im Luftkampf. Foto: imago sportfotodienst Samil Cinaz (FSV Frankfurt) und Alex Meier im Luftkampf.
Frankfurt. 

Auch vor exakt fünf Jahren, am 18. Februar 2012, träumten die Fans der Frankfurter Eintracht – allerdings nicht wie in diesen Tagen von Europa, sondern vom Wiederaufstieg in die Bundesliga. Gegner im anstehenden Stadtderby an diesem kalten, aber sonnigen Sonntag: der FSV. Ein Blick auf die Tabelle vor dieser Partie zeigt, wie wichtig ein Sieg für die Eintracht ist, sollen in der nächsten Saison wieder Spiele gegen Bayern, Dortmund oder den HSV im Pflichtenheft stehen.

Denn mit 43 Punkten rangieren die Riederwälder derzeit auf dem dritten Platz – zwar nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf, aber auch nur einen Punkt vor den Verfolgern aus St. Pauli und Paderborn. Für den Gegner aus Bornheim geht es dagegen um die Klassenerhalt. Dem derzeitigen Tabellen-15. sitzen auf den Abstiegsplätzen der FC Ingolstadt, der Karlsruher SC und der FC Hansa Rostock im Nacken.

Bilderstrecke Eintracht vs. Ingolstadt: Die Spieler im Duell Mann gegen Mann
Das Match gegen den FC Ingolstadt steht für die Eintracht an. Nach der deutlichen Niederlage in Leverkusen will die SGE wieder einen Erfolg vor den eigenen Fans landen. Wie sehen die Chancen der Adler gegen die Schanzer aus? Wir haben die Spieler im Duell "Mann gegen Mann" gegenübergestellt.<b>Lukas Hradecky (Torwart)</b><br></br>
An den Gegentoren in Leverkusen war der Keeper macht- und schuldlos. Hradecky spielt weiterhin eine überragende Saison und ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Adler.<b>Martin Hansen (Torwart)</b><br></br>
Der Däne verdrängte in der laufenden Saison den in die Spielzeit als Stammtorhüter gestarteten Nyland. Der Keeper zeigte starke Leistungen, ohne große Fehler zu machen und ist ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. <b>Seine Qualität reicht aber nicht aus, um Hradecky zu besiegen: 1:0 für die Eintracht.</b>

Vor der Gefahr, das Spiel gegen die offiziell als Gäste in der Arena antretenden Bornheimer auf die leichte Schulter zu nehmen, warnt SGE-Trainer Armin Veh: „Der FSV ist gut aus den Startlöchern nach der Winterpause gekommen und brandgefährlich. Ich kenne den Benno Möhlmann bestens. Das ist ein alter Trainerfuchs. Wo der arbeitet, ist Ordnung angesagt.“ Die will auch Armin Veh erhalten und nimmt gegenüber dem 1:1 in Düsseldorf keine Veränderung vor, so dass Hoffer erneut als einzige Spitze vor Matmour, Meier und Köhler agiert und Rode sowie Lehmann vor der Abwehr mit Jung, Anderson, Schildenfeld und Butscher spielen werden.

„In diesem Spiel geht es mehr als nur um Punkte. Es geht schon darum, wie wir am Samstag auftreten, uns präsentieren und wie mutig wir agieren“, gibt sich unterdessen Benno Möhlmann, der im Oktober noch als Trainer des FC Ingolstadt der Eintracht ein 1:1 abtrotzte und seit Ende Dezember als Nachfolger von Jürgen Boysen die Bornheimer trainiert, kämpferisch: „Wenn wir es schaffen, die Leistungen aus den letzten beiden Spielen noch zu steigern, haben wir durchaus eine Chance, einen Punkt zu holen oder sogar die Überraschung zu schaffen.“ Hierfür vertraut er wie schon beim Unentschieden in Ingolstadt auf Patric Klandt im Tor, der in der Kindheit bei der Eintracht Libero spielte, um in der D1-Jugend zum Torwart umgeschult zu werden. Zudem spielt mit Alexander Huber ein weiterer Ex-Adler in der Startelf der Bornheimer, der in den Spielzeiten 2004/05 sowie 2006/07 immerhin zehn Profieinsätze für die Eintracht hatte.

Wie vom Bornheimer Trainer angekündigt, spielt der FSV am Anfang tatsächlich erfreulich offensiv gegen die zögerlich wirkenden Riederwälder. Im Mittelfeld kompakt, doch bei Ballbesitz spielen sie direkt und schnell über ihre Außen nach vorne, ohne sich jedoch ernsthafte Torchancen zu erarbeiten. Umgekehrt schafft es die Eintracht nicht, die Räume in der Hälfte der Bornheimer zu finden, so dass der Querpass das Geschehen bestimmt.

Bilderstrecke Eintracht vs. Ingolstadt: Angstgegner war gestern
Noch vor kurzem galt der FC Ingolstadt 04 unseren Adlern als echter Angstgegner: Waren die Bayern doch eins von zwei Bundesligateams, gegen das die Eintracht kein einziges Mal gewinnen konnte. Das hat sich dank zweier Siege in den beiden zurückliegenden Matches zwar geändert; ein unbequemer Kontrahent bleibt Ingolstadt dennoch. Unsere Bilderstrecke zeigt alle bisherigen Aufeinandertreffen.Das erste Match zwischen der Eintracht und Ingolstadt stieg noch zu gemeinsamen Zeiten in der Zweiten Liga: In der Hinrundenpartie am 30. Oktober 2011 gelang dem Schlusslicht......vor heimischem Publikum zunächst die Führung in der 72. Minute durch Leitl. Die drohenden Blamage der Frankfurter, die damals unter Armin Veh spielten, konnte...

Die aufkommende Nervosität unter den eintrachtaffinen Zuschauern löst sich dann in der 14. Minute. Meier spielt im Halbfeld quer zu Rode, der Platz hat, Maß nimmt und aus 25 Metern abzieht. Die Kugel knallt gegen die Latte, springt zurück ins Feld und kann zunächst geklärt werden. Gaus will nach vorne spielen, trifft aber nur Jung, der den Ball zu Hoffer blockt und in den Strafraum sprintet, um die Kugel fast von der Torauslinie aus quer ans linke Fünfmeterraumeck zu legen. Matmour reagiert am schnellsten und schiebt sie an Klandt vorbei zum 1:0 ins Netz.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Frank
Die Blau-Schwarzen können sich zehn Minuten nach diesem Schock wieder fangen, und versuchen sich sogar in Angriffsbemühungen. Auch die FSV-Bank reagiert, Möhlmann bringt bereits in der 32. Minute mit dem Ex-U23-Eintrachtler Stark für Heitmeier einen offensiven Mittelfeldmann aufs Feld. Nur eine Minute später behauptet Meier auf der linken Außenbahn den Ball und spielt ihn zurück auf Lehmann, der im Halbfeld die Übersicht behält und die Kugel flach in die Gasse zu Köhler spielt, der sie quer auf Hoffer legt. Eine schnelle Drehung, ein Schuss aus 14 Metern, aber Torhüter Klandt kann den Ball mit den Fingerspitzen zur rechten Seite abwehren, wo Matmour heran spritzt und den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 unter die Latte zimmert (33.).

Kittels Rückkehr

Die zweite Halbzeit beginnt schleppend ohne viele Aktionen auf beiden Seiten. Lediglich Matmour sorgt für Aufregung bei den Schwarz-Blauen, als er im Laufduell Cinaz mit dem Ellbogen im Gesicht trifft und der Kapitän benommen liegen bleibt, aber weiter spielen kann (48.). So läuft bereits die 61. Spielminute, als die Eintracht endlich wieder ihre Sahneseite zeigt. Erneut ist es Lehmann, der den Ball zu Hoffer auf der linken Außenbahn spielt, um selbst in den Strafraum zu sprinten und ihn vor dem linken Torraumeck wieder bekommt. Mit einer schnellen Drehung legt er die Kugel an Gledson vorbei und spielt sie hart und präzise quer zu Meier, der keine Mühe hat, den Ball volley zum 3:0 ins rechte Toreck zu setzen, seinem bereits elften Saisontreffer.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Frank
Kurz darauf hat ein Nachwuchsspieler, der heute das Trikot des FC Ingolstadt trägt, seinen langersehnten Auftritt: Sonny Kittel wird für Köhler eingewechselt. Kittel, der 2010 am Bornheimer Hang zur Siegesmannschaft der Eintracht im Endspiel um die deutsche B-Junioren-Meisterschaft gegen Bayer Leverkusen zählte, feiert nach einem Kreuzbandriss und zehnmonatiger Reha-Zeit seine Rückkehr in den Spielbetrieb – und einen Einstand nach Maß. Nach Pass von Lehmann und der folgenden Flanke von Jung sprintet Matmour auf rechts fast bis zur Torauslinie, um den Ball zurückzulegen. Genau richtig für Kittel, der das Leder aus acht Metern zum 4:0 ins rechte Toreck hämmert (67.).

Nur eine Minute später klingelt es erneut, diesmal aber im anderen Kasten. Über die rechte Seite sprintet Amri, kann in den Strafraum ziehen und spielt die Kugel auf Micanski, der sie aus sieben Metern volley zum 1:4 ins Tor schießt (68.). „Wir wollten doch zu Null spielen“, schimpft Lehmann wild gestikulierend mit Schildenfeld, der aber von Bruno Hübner hinterher in Schutz genommen wird: „Da war Gordon durch den Wind, denn er erwartet praktisch stündlich Nachwuchs. Das Kind will aber einfach nicht raus.“

<span></span> Bild-Zoom Foto: Frank
Den alten Abstand stellt in der 70. Minute dann Hoffer wieder her. Nach einem Befreiungsschlag von Anderson verlängert Gledson die Kugel in Richtung eigenes Tor. Hoffer geht sofort dazwischen, lässt im Strafraum Gledson und Klandt mit einer Körpertäuschung aussteigen und schiebt den Ball mit dem rechten Außenrist zum 5:1 ins rechte Toreck.

Der Rest ist Formsache, die zu Beginn so stabile Deckung der Bornheimer hat sich in ihre Bestandteile aufgelöst, und die Eintracht lässt die Kugel nun locker flockig kreisen und legt noch einmal nach. Kittel spielt den Ball auf die rechte Seite zu Rode, der flankt vor den Fünfmeterraum, Jung kann die Kugel heftig bedrängt in Richtung linker Pfosten verlängern, wo Matmour steht und zum dritten Mal trifft (80.). „Karim krempelt immer die Ärmel hoch. Da ist es schön, dass er sich und uns mit seinem Fleiß belohnt war. Er war Weltklasse“, lobt Meier, während sich Matmour, der vom Kicker-Sportmagazin die Note 1 kassiert, ausgelassen freut: „Drei Tore in einem Spiel, das ist ein guter Tag für jeden Spieler.“

<span></span> Bild-Zoom Foto: Frank
Das war es dann. Mit dem 6:1 hat die Mannschaft gezeigt, dass sie gewillt ist, das Vorhaben Aufstieg in die Realität umzusetzen. Umso schöner, dass Fürth einen Punkt bei seiner Partie in Ingolstadt liegen lässt und die Fortuna am nächsten Tag eine 1:2-Niederlage bei den Münchener Löwen kassiert, so dass die Eintracht jetzt Spitzenreiter mit einem Punkt Vorsprung vor St. Pauli ist.

Stimmen zum Spiel

„Wir haben zeitweise richtig gut Fußball gespielt. Es war schön anzusehen, die Tore waren gut herausgespielt. Nach vorne war ich zufrieden, nach hinten nicht“, lobte Veh danach. Kollege Möhlmann war freilich weniger zufrieden.

„Fast alles ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir wollten mitspielen, konnten das aber nicht umsetzen, weil wir zu viele Fehler im Passspiel oder im Zweikampfverhalten hatten. Auch hätte ich der Mannschaft sagen sollen, dass Karim Matmour auch ein Stürmer ist“, haderte er. Am Ende der Saison freilich sollten sich die Hoffnungen auf beiden Seiten erfüllen: Der FSV blieb in der Zweiten Liga – und die Eintracht verließ sie nach oben, zurück in die Bundesliga.

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