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Schiedsrichter-Chef will Videobeweis überprüfen

Das Thema Videobeweis wird den deutschen Fußball auch 2018 regelmäßig beschäftigen. Erstmal ist bei den Schiedsrichtern eine Bestandsaufnahme vorgesehen.
DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich. Foto: Andreas Arnold/Archiv DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich.
Frankfurt/Main. 

Nach der massiven Kritik wegen zahlreicher Problemen in der Bundesliga-Hinrunde wird der Videobeweis in der Winterpause nochmals hinterfragt. „Wir werden die kurze Spielpause nutzen, um noch einmal alle Spielvorgänge der Hinrunde auszuwerten und einzuordnen”, sagte l DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich dem „Tagesspiegel” (Samstag). Die Spitzenreferees treffen sich vom 3. Januar an auf Mallorca zum Lehrgang, dort ist der Videobeweis das große Thema.

Fröhlich räumte Fehler bei der Umsetzung des Projektes ein, die auch die Schiedsrichter verunsichert hätten. Zudem habe auch der Schiedsrichter-Streit dem Videobeweis geschadet. „Bei einem so wichtigen Projekt ist es erst recht wichtig, dass das Team in eine Richtung denkt und handelt”, sagte Fröhlich. „Fakt ist, dass die atmosphärischen Störungen dem Ansehen der Schiedsrichter geschadet haben.”

Die internen Auseinandersetzungen beschäftigen den Deutschen Fußball-Bund bereits seit Monaten. Unter anderem wurde im Herbst bereits die Ethikkommission des Verbandes eingeschaltet. Die FIFA-Referees Manuel Gräfe und Felix Brych hatten den langjährigen Schiedsrichter-Funktionären Hellmut Krug und Herbert Fandel unter anderem „Vetternwirtschaft” vorgeworfen. Als Konsequenz daraus verlor Krug seine Funktion in der Schiedsrichterkommission Elite. Und Fandel darf keine Lehrgänge der Elite-Schiedsrichter mehr besuchen.

Zwei Psychologen werden als Vermittler mit in das Trainingslager fliegen. „Es ist den Versuch wert, auf diesem Weg den zweifelsfrei vorhandenen Konflikt zu lösen. Dieses Thema muss beendet werden, ich hoffe auf einen Neustart”, hatte Fröhlich der „Bild-Zeitung” gesagt.

Der Videobeweis war in der Fußball-Bundesliga im vergangenen Sommer eingeführt worden, seitdem hatte es viel Kritik an dem Projekt und vor allem an der Umsetzung gegeben. Krug war im November als Projektleiter abgesetzt worden. Im März 2018 wird das International Football Association Board entscheiden, ob die Technik auch dauerhaft im Fußball eingesetzt wird.

(dpa)

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